20 Jahre Klimabündnis-Partnerschaft am Rio Negro

Gemeinde Waidhofen/Ybbs, Land Niederösterreich und das Klimabündnis Österreich feierten 20 Jahre-Partnerschaft mit dem Rio Negro – Mit dabei war die 1. Indigene Präsidentin der Partnerorganisation FOIRN in Brasilien.

v.l.n.r.: LH Stv Wolfgang Sobotka, Petra Schön, Almerinda Ramos, Johann Kandler, Peter Molnar

Brasilianisches Flair im Rothschildschloss der Klimabündnis-Gemeinde Waidhofen/Ybbs. Mit einem "Fair Play fürs Klima"-Fußballmatch, traditioneller indigener Fischsuppe, Chili und heißen Rhythmen wurde „20 Jahre Klimabündnis am Rio Negro“ gefeiert. Und das gleich dreifach: Waidhofen/Ybbs ist 20 Jahre Klimabündnis-Gemeinde, das Land Niederösterreich ebenfalls seit 20 Jahren im Klimabündnis und das Klimabündnis Österreich bildet seit 20 Jahren eine Partnerschaft mit der FOIRN, dem Dachverband der indigenen Organisationen am Rio Negro in Brasilien. Die gemeinsamen Ziele sind Verringerung der Treibhausgas-Emissionen und Erhalt des Amazonas-Regenwaldes.


Klimabündnis-Partnerschaft schützt 124.000 km² Regenwald

Die FOIRN kämpft seit ihrem Bestehen um die Anerkennung der traditionellen Landrechte. Die mittlerweile über 950 Klimabündnis-Gemeinden aus Österreich sowie alle Bundesländer unterstützen sie dabei politisch, ideell und finanziell. 1998 erreichte die FOIRN mit österreichischer Hilfe die Anerkennung von 110.000 km² Regenwald, die seitdem auf insgesamt über 122.000 km² erweitert wurden. Das ist eine Fläche, die mehr als eineinhalb Mal so groß wie Österreich ist. Durch die Partnerschaft wird unter anderem auch der Ausbau des indigenen Schulwesens, die Stärkung der Kultur und die traditionelle nachhaltige Bewirtschaftung des Regenwaldes gefördert. „Die einheimische Bevölkerung zu stärken ist die beste Form, den Regenwald langfristig zu schützen“ ist Johann Kandler, Amazonasbeauftragter im Klimabündnis, überzeugt. Das bestätigt auch eine  wissenschaftliche Analyse, die im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences" publiziert wurde. 292 Waldgebieten mit unterschiedlichem Schutzstatus wurden in Brasilien analysiert. Am besten wurde der Regenwald dort geschützt, wo die Landrechte indigenen Völkern übertragen wurden.


Die 1. indigene Präsidentin der FOIRN

Mit dabei in Waidhofen/Ybbs war auch die 1. Präsidentin der FOIRN, Almerinda Ramos de Lima. Sie dankte den Klimabündnis-PartnerInnen in Österreich: „Seit 20 Jahren verbindet uns das gemeinsame Anliegen, den Regenwald und das Klima zu schützen. Ich bin sehr glücklich über die langjährige Kooperation. Die Unterstützung hat uns im Kampf um unser Land und unsere Rechte sehr geholfen. Wir leben zwar in zwei sehr unterschiedlichen Welten, müssen aber eine gemeinsame Antwort auf die Bedrohungen des Klimawandels finden.“

Klimabündnis in Niederösterreich & in Waidhofen/Ybbs

Die Hälfte aller NÖ-Gemeinden ist mittlerweile Klimabündnis-Gemeinden. Mehr als zwei Drittel aller NiederösterreicherInnen leben in einer Klimabündnis-Gemeinde. Das Klimaschutz-Netzwerk in NÖ umspannt aktuell 350 Klimabündnis-Gemeinden, 140 Klimabündnis-Kindergärten & -Schulen und 27 Klimabündnis-Betriebe.

Wolfgang SOBOTKA, Altbürgermeister von Waidhofen/Ybbs, ehemals NÖ Umweltlandesrat, heute Landeshauptmann-Stellvertreter:

„Global denken, lokal handeln. Das Klimabündnis geht jeden etwas an, und jeder kann etwas für den Schutz des Klimas tun. Für mich ist das Klimabündnis ein Werkzeug zu mehr Lebensqualität. Mein Ziel Ende der Neunziger Jahre 100 NÖ Klimabündnis-Gemeinden zu erreichen, konnten wir, obwohl dies damals visionär anmutete, tatsächlich umsetzen. Es war ein Wendepunkt in der Geschichte. Über Klimaschutz wurde auch auf einmal an den Stammtischen diskutiert. Heute ist das Klimabündnis mit 350 Klimabündnis-Gemeinden vom Exoten zum breiten Sockel der Umweltpolitik in den Gemeinden geworden. Diesem Erfolgsprojekt wünsche ich auch weiterhin gutes Gelingen!“

Im feierlichen Rahmen wurden langjährige WegbegleiterInnen des Klimabündnis aus Waidhofen/Ybbs, dem Land Niederösterreich und Österreich ausgezeichnet:

  • Peter BRANDAUER, Bürgermeister von Werfenweng, Salzburg
  • Helmut CMOLIK, Klimabündnis-Koordinator BRG Waidhofen/Ybbs
  • Andreas DRACK, Klimaschutzbeauftragter des Landes Oberösterreich
  • Hubert FRAGNER, ehemals “die umweltberatung NÖ“, heute eNu
  • Elisabeth GRÜNER, Klimabündnis-Koordinatorin HAK Waidhofen/Ybbs
  • Helmuth HARTMEYER, Austrian Development Agency ADA
  • Barbara ILLEK, Umweltzeichen-Volksschule Zell
  • Johann KANDLER, Amazonas-Experte und Mitbegründer Klimabündnis Österreich
  • Vbgm. Anton LUEGER, Umweltamt Waidhofen/Ybbs
  • Margarete MEIXNER, erste NÖ Klimabündnis-Koordinatorin beim ÖIE, heute SOG.Theater
  • Franziska SIMMER, ehemals “die umweltberatung NÖ“, heute eNu
  • LH-Stv. Wolfgang SOBOTKA, ehemals Bürgermeister Waidhofen/Ybbs und NÖ Umweltlandesrat
  • Inge und Konrad SONNLEITNER, Biologische Landwirtschaft und Direktvermarktung, Vorbilder für nachhaltigen Lebensstil in Waidhofen/Ybbs
  • Johann STIXENBERGER, ehemals Gemeinderat Waidhofen/Ybbs, heute „Die Hoflieferanten“
  • Andreas STRASSER, Redaktionsteam Klimabündnis-Zeitung
  • Rosi und Gottfried WAGNER, Biologische Landwirtschaft und Tourismusbetrieb, Vorbilder für nachhaltigen Lebensstil in Waidhofen/Ybbs
  • Hermann WAGNER, ehemals Klimabündnis-Arbeitskreis Waidhofen/Ybbs, heute Obmann Weltladen Waidhofen/Ybbs

Fotos von der Veranstaltung finden Sie hier.

Videobeitrag: "Delegation" finden Sie hier.

Videobeitrag:  Martin Kirchner "Gemeinsam für den Wandel" finden Sie hier.

v.l.n.r.: Andreas Strasser, Helmuth Hartmeyer, Hubert Fragner, Petra Schön, Almerinda Ramos, Franziska Simmer, Peter Molnar, Peter Brandauer, Andreas Drack
Geburtstagstorte
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