Das „Umweltzeichen“ & sein Beitrag zum Klimaschutz

Am 1. März fanden sich mehr als 40 Interessierte im Sitzungssaal der HTL St. Pölten zu einem Informationsaustausch zum Thema „Klimaschutz in der Gemeinschaftsverpflegung“ zusammen. Dr. Regina Preslmair vom BMLFUW, Mag. Anita Gruber vom Verein VQL sowie Friedrich Schober, Umweltbeauftragter der Mensen, sprachen über die Vorzüge und Herausforderungen rund ums „Umweltzeichen in der Gemeinschaftsverpflegung“.

Foto: Klimabündnis NÖ

Die Zertifizierung eines Küchenbetriebs mit dem „Umweltzeichen“ ist gleichbedeutend mit einem Statement zu Umweltschutz, Klimaschutz und regionaler Wertschöpfung.

Besonders die Regionalität ist laut Mag. Gruber vom „Verein zur Förderung von Lebensmitteln mit erhöhter Qualität – VQL“ ein sehr wichtiges Kriterium: „Es geht um die Frage nach dem Woher! Kaufe ich lieber Kartoffeln, die durch ganz Europa transportiert werden, um in einem Land geerntet und in einem anderen geschält zu werden, oder nehme ich lieber die vom Bauern nebenan?“.

Ein weiteres Ziel ist auch die Einschränkung des übermäßigen Fleischkonsums. Das tut nicht nur der Gesundheit gut, sondern auch dem Klima. Denn die Fleischproduktion ist immer mit einem sehr hohen CO2-Ausstoß verbunden, bedingt durch lange Transportwege, intensive Tierhaltungsmethoden und Verwendung von Futtermitteln, die überwiegend in Südamerika angebaut werden. Letzteres hat auch gravierende Auswirkungen auf den Regenwald durch Abholzung, der damit verbundenen Freisetzung von CO2 in die Atmosphäre und den Verlust von Wäldern als Kohlenstoffsenke. Wenn man dies bedenkt und sich noch zusätzlich vor Augen führt, dass Fleisch oft im Müll landet, wird man sich der Tragödie unseres verschwenderischen und ausbeuterischen Lebensstils deutlich bewusst.

Ein weiteres Dilemma der heutigen Umweltproblematik ist die Verpackung von Lebensmitteln. Besonders Plastik ist hier besonders prekär, da es biologisch nicht abbaubar ist und sich in immer größeren Mengen im Meer sammelt. Die Kriterien des Umweltzeichens zielen demnach darauf ab, großen Gebinden, Containern und Konzentraten den Vorzug zu geben. Neben lebensmittelbezogenen Themenbereichen sind auch Kriterien in anderen Bereichen, wie Betriebsführung, Energie, Wasser, Reinigung, usw., zu erfüllen.

Der Kriterienkatalog umfasst insgesamt elf Themenbereiche. Unterschieden werden verpflichtende Musskriterien und Sollkriterien, die der Betrieb nach seinen Stärken selbst wählen kann. Gesundheit und Hygiene stehen immer über allen anderen Faktoren. Möchte ein Küchenbetrieb das Umweltzeichen erlangen, so ist ein Antrag zu stellen, der mit oder ohne Beratung erarbeitet werden kann. Friedrich Schober empfiehlt für Betriebe, die mit den Mensen vergleichbar sind: „Ziehen Sie eine Beratung hinzu und lassen Sie alle Standorte in einem Aufwaschen zertifizieren.“ Die Beratung ist nicht unentgeltlich, kann jedoch in Niederösterreich gefördert werden (50 %). Die Kosten für das Umweltzeichen belaufen sich bei Antragsstellung bis Ende Mai 2017 auf 300 Euro, sowie eine jährliche Nutzungs- und Prüfkostengebühr von 350 Euro. Die Gültigkeit erstreckt sich über einen Zeitraum von vier Jahren. Jährlich werden Lager und Lieferscheine kontrolliert. Erfüllt ein Betrieb alle notwendigen Kriterien, so wird in einem feierlichen Event die Email-Tafel von Minister Andrä Rupprechter persönlich überreicht.

Bereits 20 % der mit dem „Umweltzeichen Tourismus“ ausgezeichneten Betriebe entfallen auf Gemeinschaftsverpflegungsbetriebe. Die Vorteile für den zertifizierten Betrieb liegen auf der Hand: Einsparpotential, Marketing und Positionierung mit Imagegewinn. Durch die verpflichtende Kommunikation dieser Maßnahmen über MitarbeiterInnen bis hin zu Gästen und KundInnen, ist diese staatliche Auszeichnung ein wunderbares und wertvolles Instrument, nicht nur zum Klima- und Umweltschutz, sondern v.a. auch zur Bewusstseinsbildung.

Vortragsunterlagen

Fotos 

Infos zum „Umweltzeichen in der Gemeinschaftsverpflegung“ 

Richtlinien Umweltzeichen 

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