Nachlese: Klimakonferenz in St. Pölten

Anlässlich der in Paris tagenden 21. UN-Klimakonferenz begrüßten das Land Niederösterreich - Abteilung Umwelt- und Energiewirtschaft - und das Klimabündnis Niederösterreich am 1. Dezember 2015 etwa 100 Gäste. 

Vertreten waren diverse Landesabteilungen, BürgermeisterInnen, UmweltgemeinderätInnen, Energiebeauftragte, die Wirtschafts- und Landwirtschaftskammer, diverse Partnerorganisationen, die Katholische Aktion bis hin zu einer Klasse vom Francisco Josephinum aus Wieselburg.

Dass der Klimawandel stattfindet, spüren wir bereits jetzt an seinen Auswirkungen. „Klimaschutz ist heute wichtiger denn je. Wir müssen uns aber auch auf bevorstehende Veränderungen vorbereiten, wenn wir eine klimafreundliche Welt wollen, in der es unseren Kindern besser geht, als uns heute“, so Petra Schön, Regionalstellenleiterin von Klimabündnis Niederösterreich und Moderatorin der Veranstaltung.

„Das 2-Grad-Ziel ist nur dann erreichbar, wenn wir sehr rasch massive Veränderungen einleiten“, erklärt Wolfgang Lexer vom Umweltbundesamt in Wien. Von unterschiedlichen möglichen Entwicklungspfaden bei der Freisetzung von Treibhausgasemissionen bewegen wir uns gegenwärtig noch immer am ungünstigsten und steuern einer Klimakatastrophe entgegen. Das Klimasystem reagiert sehr träge und durch jenes CO2, das sich bereits jetzt in der Atmosphäre befindet, wird sich auch in Zukunft die Anzahl von Hitzetagen mit Temperaturen höher als 30 °C und Tropennächten mit über 25 °C erhöhen, den Fichtenbestand in Niederösterreich massiv bedrohen und viele andere negative sozio-ökonomische und ökologische Auswirkungen mit sich bringen. „Wir müssen weg vom ´business as usual´. Je eher, desto geringer werden die Kosten für die Anpassung an den Klimawandel ausfallen“, so Wolfgang Lexer.

Wir alle sind gefragt! Wir alle müssen einen neuen Lebensstil anstreben. „Besonders Jugendliche und Kinder spielen dabei eine entscheidende Rolle, weil es um ihre Zukunft geht.“, betonte Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb in ihrer Videobotschaft bereits im Zuge des Projekts „Wandelbares Mostviertel. Fit in die Klimazukunft.“. Das Land Niederösterreich initiierte von 2011-2014 gemeinsam mit Klimabündnis Niederösterreich eine der ersten Pilotregionen mit sieben Pilotgemeinden zu diesem Thema.

„Eine Fokussierung auf unsere Stärken und Chancen und eine Erhöhung der Resilienz, also der Widerstandfähigkeit gegenüber negativen Klimaauswirkungen ist enorm wichtig. Das Land Niederösterreich schuf dafür mit dem im Jahr 2014 beschlossenen Klima- und Energieprogramm sehr gute Rahmenbedingungen“, so Peter Obricht, Abteilungsleiter Umwelt- und Energiewirtschaft (RU3).

Josef Fischer, ebenfalls von der Abteilung RU3, fügt noch ergänzend hinzu: „Das Klima- und Energieprogramm ist ein richtiger Erfolg, nicht zuletzt aufgrund der hervorragenden und beständigen Zusammenarbeit vieler unterschiedlicher AkteurInnen im Land.“

Auch wenn die Rahmenbedingungen auf administrativer und politischer Ebene bereits vorhanden sind, obliegt die Umsetzung der Maßnahmen den Gemeinden und BürgerInnen. Stellvertretend für alle Pilotgemeinden zeigte Rainer Handlfinger, Bürgermeister aus Ober-Grafendorf konkrete Anpassungsmöglichkeiten, wie die Winterbegrünung von Maisäckern in Hanglage und Schaffung von Grünschutzgürteln zur Verhinderung von Bodenerosion oder die Umwandlung herkömmlicher Straßen in „Ökostraßen“, uvm. auf. Das Publikum zeigte sich begeistert.

„Wir müssen Verantwortung übernehmen und es gibt zahlreiche Möglichkeiten, die nicht nur der Umwelt zu Gute kommen, sondern auch das Gemeindebudget ökonomisch entlasten“, so Handlfinger.

„Wir müssen aber auch aus der Vergangenheit lernen und Konsequenzen aus ökologischen Katastrophen, wie der Palmölnutzung ziehen“, beschließt Emil Benesch von Klimabündnis Österreich die Vortragsreihe. Nehmen wir uns ein Beispiel an den sogenannten Entwicklungsländern in Sachen Klimaschutz, Ressourcenschonung und nachhaltigem Lebensstil.

Und wiederholen wir NiederösterreicherInnen den Villacher Erfolg: Vor genau 30 Jahren kamen in Kärnten 89 internationale WissenschaftlerInnen auf Einladung der Weltorganisation für Meteorologie, dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen und dem Internationalen Wissenschaftsrat zusammen, debattieren erstmals über die Auswirkungen von CO2-Emissionen und formulierten ihre Forderungen an die internationale Politik. Sie waren die VorreiterInnen in Sachen internationaler Klimapolitik. Wiederholen wir in Niederösterreich diesen Erfolg und verknüpfen Klimaschutz und –anpassung für eine zukunftsfitte Gemeindeentwicklung.

nach oben

X