„Lupang ninuno“- „Land ist Leben“

Problematik Rohstoffabbau

Rina Libongen ist Aktivistin. Sie war bereits mit 6 Jahren bei einer Menschenversammlung, um Bulldozer, die ihr Land zerstörten, aufzuhalten. Dieses Erlebnis prägte. Sie organisiert Workshops, um die indigene Kultur zu erhalten. © KBNÖ

Das Klimabündnis NÖ steht im Austausch mit dem Welthaus St. Pölten, das im April Gäste aus den Philippinen in Österreich zu Besuch hat. Auf Initiative von Klimabündnis NÖ gab es am 12. April im Landhaus NÖ ein Austauschtreffen zwischen der philippinischen Delegation und VertreterInnen des Landes NÖ und anderen aktiven Organisationen.

Rina Libongen und Rolando Larracas berichteten von ihrem Einsatz für Menschenrechte und Umweltschutz und zeigten Zusammenhänge zwischen der Umweltzerstörung in ihrer Heimat und dem Konsumverhalten in Europa auf.

Smartphones und Co beinhalten viele Rohstoffe. Je länger wir die Geräte verwenden, desto weniger Rohstoffe müssen abgebaut werden. Recycling hält die Rohstoffe ebenfalls länger im Kreislauf. © KBNÖ

Bergbau in den Philippinen

Die Philippinen sind ein Land mit großem Rohstoffvorkommen. Sie besitzen enorme Vorräte an Kupfer, Gold und Chromit und weitere Bodenschätze. Viele Bergbaugebiete sind bewaldet und werden von indigenen Gemeinschaften bewohnt. Diese leben auf und von ihrem Land. Während sich der traditionelle Bergbau mit Meisel, einer Stirnlampe und einem kleinen Zieh-Wagen begnügt, ist der industrielle Bergbau großer Firmen mit riesigen Maschinen ausgerüstet, die in kurzer Zeit sehr viele Erdmassen bewegen. Um 1 Tonne Kupfer zu produzieren ist es notwendig, ca. 125 Tonnen an Erde und Fels zu bewegen.

Die Bergbauindustrie rühmt sich Arbeitsplätze zu schaffen, aber die für die Produktion benötigten Materialien werden importiert, der Ertrag exportiert, Umweltauflagen werden nicht eingehalten. Was wirklich bleibt sind verheerende ökologische und soziale Folgen für den Lebensraum der philippinischen BewohnerInnen.

Rolando Larracas erlebte in den 60iger Jahren eine Katastrophe durch den industriellen Bergbau. Dämme brachen, der Giftschlamm zerstörte Land und Fluss. Er gründet die Umweltorganisation MACEC. © KBNÖ

Auswirkungen des industriellen Bergbaus

Es wird vorwiegend im umweltschädlichen Tagebauverfahren abgebaut;
Die abbaubedingte Entwaldung führt zu Erosion, Erdrutschen und Verwüstung und vertreibt Dorfgemeinschaften von ihrem Land;
Die Flüsse verschlammen und machen Felder und Land unfruchtbar;
Flüsse und das Grundwasser werden durch Quecksilber und Zyanid vergiftet. Die Rückhaltegräben sind zuweilen undicht oder quellen über und vergiften dann einen ganzen Fluss und alles anliegende Land wie am Beispiel 1996 auf der Insel Marinduque, von der Rolando Larracas stammt.
 Der Grundwasserspiegel sinkt, Quellen und Brunnen versiegen, die Wasserversorgung für Haus und Felder wird gefährdet;
viele Menschen werden durch beim Abbau verwendeten Chemikalien krank;

Gruppenfoto mit VertreterInnen des Landes NÖ, wie Franziska Kunyik (globale Aspekte) und Thomas Steiner (nachhaltige Beschaffung & Nachhaltigkeitskoordinator) und VertreterInnen von Südwind, eNu und Klimabündnis © KBNÖ

Was können wir tun?

Unsere philippinischen Gäste wünschen sich von uns:

  • Teilnahme an Solidaritätsaktionen wie Unterschriftenaktionen, Kundgebungen, Protestemails
  • Unseren Konsum überdenken: Brauchen wir wirklich zb ein neues Handy? Oder ist es noch funktionsfähig? Je länger wir unsere elektronischen Geräte verwenden, desto besser. Im Anschluss daran ist es wichtig, die gebrauchten Geräte zu recyceln, damit die Rohstoffe wieder in den Kreislauf gefügt und andernorts weniger abgebaut werden muss.
  • Woher kommt das Gold das ich kaufe? Kann ich faires Gold kaufen? Kann ich altes Gold einschmelzen?
  • Erzählt es auch weiter, dass diese Produkte (elektronische Geräte bzw. Gold) von anderen Teilen der Welt kommen, wo beim Abbau der Rohstoffe Menschenrechte verletzt und Umweltschutz untergraben wird.

In Niederösterreich sind viele Organisationen in den Themenbereichen sozialfaire Beschaffung, tätig. Sie alle nutzen unterschiedliche Kanäle, um Informationen in der Bevölkerung zu verbreiten und Bewusstseinsbildung zu betreiben. So wurde das Treffen zum Austausch und Vernetzen und als Kraftquelle zum Weiterarbeiten genutzt.

Weitere Infos:

... zum Thema Rohstoffe finden Sie hier.

... zum Thema Gold finden Sie hier.

Tipp: Haben Sie Interesse die Thematk auch bei Ihnen bekannter zu machen? Sie können bei uns eine Wanderausstellung mit dem Titel "Unser Griff nach den Rohstoffen der Welt ausleihen.

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