Poysdorf & St.Pölten wurden 2009 mit Climate Star ausgezeichnet

Klimabündnis prämierte im Stift Melk die besten kommunalen Klimaschutz-Projekte Europas. Zwei davon aus NÖ.

Poysdorfs Bürgermeister LAbg. Mag. Karl Wilfing, Ulrike Janssen (Klimabündnis), Dr. Stephan Pernkopf (Umweltlandesrat NÖ) und St. Pöltens Bürgermeister Mag. Matthias Stadler (v.l.).

444 Gemeinden aus 11 Ländern (Belgien, Deutschland, Großbritannien, Italien, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Österreich, Schweden, Schweiz und Spanien) haben beim größten kommunalen Klimaschutz-Wettbewerb des Klimabündnis eingereicht.

Das entspricht einer EinwohnerInnenzahl von rund 23 Millionen. Eine einzige Region stellte dabei zwei Sieger: Niederösterreich. Die Klimabündnis-Gemeinde Poysdorf im Bezirk Mistelbach wurde für die „Energiespar-Initiative“ in der Kategorie „bis 10.000 EinwohnerInnen“ ausgezeichnet, die Klimabündnis-Stadt St. Pölten überzeugte die Jury in der Kategorie „bis 100.000 EinwohnerInnen“ mit dem Projekt „Fernwärme Neu“.

Siegervideos

Poysdorfs „Energiespar-Initiative“

"Poysdorf tritt in die Pedale“ heißt es seit Mai 2008. Heute hat der Radverkehr im Alltag merkbar zugenommen und in mehreren Betrieben gibt es Dienstfahrräder. Dazu beigetragen haben Aktivitäten wie Radler des Monats, Radlerhomepage, Berichte in den Stadtnachrichten und Lokalzeitungen, Frühjahrsradservice, Fahrradcomputeraktionen zur Messung der Kilometer, Radständer an Bushaltestellen, Aktionen in Schulen sowie neue Radwege abseits des Straßenverkehrs.

Im Januar 2009 startete die Energiesparinitiative mit Fachvorträgen u. a. über energetisches Sanieren, alternatives Heizen, finanzielle Förderung und Passivhäuser. Es entstand ein Energiestammtisch. Radausflüge führten zu Passivhäusern, PV-Anlagen und energieoptimierten Altbauten. Außerdem gibt es einen Energieberatungstag und für interessierte BürgerInnen der Stadtgemeinde werden Thermographiebilder erstellt.

Im März 2009 wurde dann die Energiespargemeinde Poysdorf gegründet und ein Energieleitbild für die Stadtgemeinde erstellt. Im Herbst sollen zur Motivation der Bevölkerung in allen Katastralgemeinden Energietage abgehalten werden. In Planung ist die Energiebuchhaltung für die Stadtgemeinde mit den Bereichen Beleuchtung, Strom und Fahrzeuge. Dabei ist der Kauf von Elektrofahrzeugen schon fest eingeplant.

St.Pöltens „Fernwärme NEU“

Mit dem neuen Projekt will St. Pölten mehr Versorgungssicherheit und Unabhängigkeit von Erdgas und Heizöl erzielen. Knapp die Hälfte aller Firmen und Haushalte in der niederösterreichischen Stadt St. Pölten sind schon an das Fernwärmenetz angeschlossen. Rund 6.000 Kunden in 950 Gebäuden werden über das 70 Kilometer lange Netz mit Wärme versorgt. Bislang werden die beiden Fernheizwerke mit Erdgas betrieben. Das soll sich ändern, denn die Stadt verfolgt mit dem Projekt „Fernwärme neu“ das Ziel der Versorgungssicherheit, d. h. keine Abhängigkeit von Erdgas oder Heizöl.

Die neue Wärmequelle ist Abwärme von Heizkraftwerken der Energieversorgung Niederösterreich (EVN) in Zwentendorf-Dürnrohr. In einem wird Hausmüll verbrannt. Um die Wärme für St. Pölten nutzen zu können, wurde mit 31 Kilometern die längste Fernwärmeleitung Österreichs gebaut. Trotzdem ist der prognostizierte Wärmeverlust mit einem Abfall der Vorlauftemperatur von 140°C auf 138°C nur gering. Die Investitionskosten betrugen rund 35 Millionen Euro. Die Inbetriebnahme erfolgt zum Start der Heizperiode 2009/2010. Es werden dann 200 Gigawattstunden Wärme pro Jahr über diese Leitung geliefert. Damit werden rund zwei Drittel der Fernwärme regional abgedeckt und jährlich rund 21 Millionen Kubikmeter Erdgas sowie 40.000 Tonnen CO2 eingespart. Außerdem wird derzeit an einem neuen Fernwärmekonzept u. a. mit den Schwerpunkten Versorgungssicherheit und Klimaschutz gearbeitet, das Ende 2009 fertig sein soll.

nach oben

X

Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich mit dem Einsatz von Cookies einverstanden. Mehr Informationen