Wasser in der Landschaft – Praxisbeispiele begeistern Teilnehmer:innen aus OÖ und CZ

Im Rahmen des Interreg-Projekts „DeKLARed ADAPTRegions“ fand am 26. Mai eine grenzüberschreitende Exkursion mit über zwanzig Teilnehmenden aus Oberösterreich und Tschechien statt. Ziel der Veranstaltung war es, konkrete Best-Practice-Beispiele für den Umgang von südböhmischen Gemeinden und Regionen mit dem Thema „Wasser in der Landschaft“ kennenzulernen und den fachlichen Austausch zu stärken.

Gruppenfoto Bürgermeister:innen OÖ und Südböhmen

Wasser in der Landschaft

Hochwasserschutz in Ledenice

Der Beginn unserer Exkursion führte nach Ledenice. Bürgermeister Jiří Beneda erklärte zuerst im Rathaus anhand von Orthofotos, welche Hochwasser-Schutzmaßnahmen in den letzten Jahren gesetzt wurden.

Ziel ist es, eine Überflutung des Ortskernes wie 1997 zu verhindern. Dazu wurden Dämme gebaut, welche Abflussspitzen zurückhalten und gezielt Waldgebiete als Retentionsraum nutzen. Ein Umlauf-Graben verhindert zudem, dass Hangwässer und Hochwässer aus kleinen Bächen über die Straßen in den Ort strömen. Der Graben führt um den Ort und entwässert in den Spolský Bach. Dieser Graben wurde dann gemeinsam besichtigt.

Wasser in der Landschaft

Wasserrückhalt in der Landschaft um Ledenice

In Ledenice steht neben Hochwasser-Schutzmaßnahmen auch das Halten von Wasser in der Landschaft und damit Verbunden Naturschutz im Fokus. Dazu wurden kleine Teiche geschaffen, welche in kürzester Zeit von zahlreichen Amphibien und Insekten angenommen worden sind. Mit dem Budweiser Forschungszentrum wurden zudem in einem Teich heimische Fische ausgesetzt.

Wasser in der Landschaft

Platzgestaltung in Budweis

Weiter ging es nach Budweis. Dort wurde in der Siedlung „Moldau“, welche knapp 10.000 EW beherbergt ein Platz mit 2.100 m² neuer Grünfläche umgestaltet.

Maßgeblich zum Gelingen beigetragen hat eine großzügige Boden-Lockerung bzw. Substrat-Neuaufbau. Es wurde 1,5 – 2 m tief der alte, verdichtete Boden ausgebaggert, gesiebt und gelockert wieder eingebaut. Eine Schicht aus 16-32 Kies verhindert, dass das darunterliegende Erdreich wieder verdichtet wird. Die obersten 60 cm sind mit speziellen Substraten für Staudenbepflanzungen bzw. für Rasen aufgefüllt. Durch die Lockerung sind Kapillaren entstanden, welche wieder den Kontakt zum Grundwasser ermöglichen. Auf der Fläche werden auch die Dachwässer der umliegenden Wohnbauten versickert, sodass Messungen eine Bodenfeuchte von 25 % (im Vgl. zu früher mit 1-5 %) ergeben. Diese hohe Bodenfeuchte führt zu üppigem Wachstum und erübrigt bisher eine zusätzliche Bewässerung der Fläche.

Wasser in der Landschaft

Wasserrückhalt in großen Teichen bei Budweis

Ein Highlight der Exkursion waren die großen Teiche des Naturschutzgebietes Vrbenské rybníky bei Budweis.

Die Teiche wurden im Rahmen eines großen EU-Projektes z.T. neu gebaut bzw. saniert und ausgebaggert. Die Verwendung des Substrates auf landwirtschaftlichen Flächen war eine große Herausforderung für das Projektteam. Die Teiche sind sehr wertvoll und halten Wasser in der Landschaft, sind aber auch ein wertvoller Puffer für Starkregen-Ereignisse. Zur Wieder-Vernässung der Landschaft und zum Füllen der neuen Teiche wurden neue Drainage-Gräben geschaffen, welche Regenwässer aus den angrenzenden Siedlungsgebieten in das Naturschutzgebiet leiten.

Die Teiche sind wertvoller Brut- und Lebensraum für zahlreiche Wasservögel. Unter anderem beherbergen künstliche Inseln die einzige Brutpopulation des Löfflers (Platalea leucorodia) in Südböhmen.

Gemeinsamer Abschluss

Der gemeinsame Abschluss der Exkursion mit Zeit zum Austausch und zur grenzüberschreitenden Vernetzung erfolgte in der Minibrauerei Kněžínek.

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmer:innen und Vortragenden für den lehrreichen und spannenden Tag in Südböhmen!

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Kontakt

Andreas Bertsch, MA