Klimabündnis-Jubiläum

Absam ist seit 20 Jahren im Klimabündnis Tirol. Speziell in den letzten Jahren wurden zahlreiche Maßnahmen umgesetzt.
René Zumtobel, Bürgermeister Manfred Schafferer und Andrä Stigger beim Jubiläumsbesuch in Absam.

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Klimaschutz braucht Menschen in der Verantwortung, denen die lebenswerte Zukunft für die nächsten Generationen ein Anliegen ist. Das zeigt sich auch in der Gemeinde Absam. Seit 20 Jahren ist Absam bereits Mitglied beim Klimabündnis Tirol. Mit neuem Schwung hat man in den letzten fünf Jahren über Parteigrenzen hinweg intensiv am Klimaschutz in der Gemeinde gearbeitet.
Im Mittelpunkt standen die Gemeinden – als Orte des Miteinanders, als Zukunftswerkstätten und als zentrale Gestalterinnen der Klima- und Energiewende.
Eine Gemeinde mit mehreren Symbolen aus dem Umweltkontext

Saubere Energie

2022 wurde mit der Unterstützung von Klimabündnis Tirol einen Klimaplan für die Gemeinde ausgearbeitet. Dieser enthält rund 50 Klimaschutzmaßnahmen, die bis 2030 umgesetzt werden.

Dazu zählt unter anderem der neue Radweg unterhalb der Kaserne inklusive Blühwiesen zwischen Radweg und Fahrbahn. Ein weiteres Beispiel ist das 2025 fertiggestellte Trinkwasserkraftwerk im Halltal, das umgerechnet über 100 Haushalte ganzjährig mit Strom versorgt.

Zum Speichern der Energie setzt man in Absam auch auf eine gemeindeeigene Lösung: Sowohl im Veranstaltungszentrum KiWi als auch im Bauhof der Gemeinde gibt es bereits Batteriespeicher mit einer Speicherleistung von in Summe 600 kWh. Gespeist werden diese von Photovoltaikanlagen, die auf den Gemeindegebäuden installiert wurden.

Zusammen mit der Bevölkerung

Neben den politischen Verantwortlichen ist in Absam auch die breite Öffentlichkeit in den Klimaschutz involviert. So hat im vergangenen Jahr eine private Initiative zusammen mit der Umweltanwaltschaft seltene heimische Pflanzen auf Gemeindewiesen angepflanzt. Bei der Ideenfindung für den Klimaplan waren auch der Naturpark Karwendel, lokale Vereine und die Bildungseinrichtungen der Gemeinde eingebunden.

Auch bei größeren Investitionen steht der Austausch mit der Bevölkerung im Vordergrund. Als Beispiel nennt Thomas Elsenbruch, der Klimabeauftragte der Gemeinde, die Batteriespeicher, die anfangs zu Bedenken führten. Durch den Austausch mit der Bevölkerung traf die Sinnhaftigkeit dieser Investition auf mehr Verständnis. Mit dem Klimastammtisch, der das nächste Mal voraussichtlich im April stattfindet, hat man in Absam ein Austauschformat geschaffen, das gut angenommen wird.

Wie Bürgermeister Manfred Schafferer erklärt, werden 2026 die Absamerinnen und Absamer nicht nur durch das Austauschformat profitieren. So fördert die Gemeinde seit einigen Jahren schon die Errichtung von PV-Anlagen, sowie Wärmedämmungen Fenstertausch, E-Lastenräder und E-Mopeds.

Thomas Elsenbruch ist der Klimabeauftragte der Gemeinde Absam.
Gemeinderat Thomas Elsenbruch

Herausforderungen angehen

Auch in Sachen Mobilität hat Absam längst den Standstreifen verlassen und ist direkt auf die Überholspur gezogen. Eine Busverbindung von Absam Eichat zum Haller Bahnhof wurde bereits eingerichtet und das Radwegenetz mit vertikalen und horizontalen Verbindungen durch das Dorf stark ausgeweitet.

Mit Blick über die Gemeindegrenzen hinaus erklärt Elsenbruch: „Wir hoffen, dass die Gemeinde Thaur den Lückenschluss im Radwegenetz angeht, Pläne dazu soll es ja geben.“

Für Bürgermeister Schafferer gäbe es aktuell auch Herausforderungen in der eigenen Gemeinde. So sei derzeit ein Umstieg auf die teilweise schon verfügbare Fernwärme aus finanziellen Gründen nicht möglich.

René Zumtobel, Bürgermeister Manfred Schafferer und Andrä Stigger beim Jubiläumsbesuch in Absam.
Absam hat in den letzten Jahren viel in den Klimaschutz investiert.

Freude beim Jubiläumsbesuch

Die Investitionen Absams in den Klimaschutz und auch Herausforderungen waren Gesprächsthema anlässlich des Klimabündnisjubiläums-Besuchs von Klimabündnis-Obmann LR René Zumtobel. Ihm sind die Fortschritte in den vergangenen Jahren nicht entgangen: „In Absam sieht man einmal mehr, dass man gemeinsam etwas erreichen kann. Es braucht engagierte Menschen im Ort, die es verstehen, andere auf dem Weg zu Nachhaltigkeit und Klimaschutz mitzunehmen und für die Sache zu begeistern.“

Klimabündnis-Geschäftsführer Andrä Stigger strich die gute Zusammenarbeit mit engagierten Gemeinden hervor. „Immer mehr Gemeinden arbeiten zusammen mit uns Klimapläne aus und zeigen somit, dass ihnen lokaler Klimaschutz und Klimaanpassungen wichtig sind. Als Dank für die langjährige Partnerschaft freut es mich, der Gemeinde einen Apfelbaum überreichen zu können, der so wie die Maßnahmen der Gemeinde an seinem neuen Standort Früchte tragen wird.“

Kontakt

Michael Steger