Gelebte Partnerschaft

Lesen Sie hier nach, was unsere Klimabündnis-Partner vom Rio Negro zu berichten hatten.

Veranstaltung in Biedermannsdorf mit GemeinderätInnen aus den Gemeinden Biedermannsdorf, Guntramsdorf, Hennersdorf und Laab im Walde; Foto: Klimabündnis NÖ

Klimabündnis-Partner vom Rio Negro

Marivelton Rodrigues Barroso - Präsident der FOIRN (Dachverband der indigenen Organisationen am Rio Negro) - und Renato Martelli Soares vom ISA (Institut für Soziales und Umwelt) besuchten im Oktober Niederösterreich um von ihrer Arbeit und ihrem Leben in Brasilien zu berichten.

Treffen in Grafenwörth mit Bgm. und Gemeindebundpräsident Alfred Riedl sowie UGR Robert Heiß; Foto: Klimabündnis NÖ

Erfolge der 25-jährigen Klimabündnis-Partnerschaft

„Durch die internationale Zusammenarbeit ist es gelungen, eines der größten zusammenhängenden Regenwaldschutzgebiete der Welt zu schaffen. Erst vor kurzem ist eine weitere angrenzende Fläche als indigenes Territorium anerkannt worden. Somit sind jetzt bereits knapp 135.000 km² geschützt – das ist die 1,6-fache Fläche von Österreich“, erklärt Renato Martelli Soares.

Mit Unterstützung aus Österreich konnten in den vergangenen 25 Jahren die Rechte der indigenen Bevölkerung gestärkt und viele Projekte umgesetzt werden: Von Funkgeräten über Gemeinschaftsboote und die Einführung eines indigenen Schulwesens bis zum von Frauen geführten regionalen Kunsthandwerkszentrum Wariró. Aktuell beschäftigt man sich u. a. mit dem Thema nachhaltiger Tourismus.

Großer interessierter Zuhörerkreis in der HLUW Yspertal; Foto: Klimabündnis NÖ

Klimakrise am Rio Negro

Kaum zu glauben: Heuer gab es am Rio Negro sowohl die größte Überschwemmung als auch die größte Dürreperiode der letzten 10 Jahre! Da die indigene Bevölkerung mit und von der Natur lebt und Flüsse die Hauptverkehrswege darstellen, sind die Auswirkungen der Klimakrise bereits massiv spürbar.

  • Der ganze Lebens- und Wirtschaftsrythmus wird durch starke Abweichungen bei den Niederschlägen, bzw. durch die Verschiebungen von Regenzeiten durcheinander gebracht. Die Bestellung der Felder ist nicht mehr zu den Zeitpunkten möglich, wie bisher üblich und dies wirkt sich negativ auf die Ernte und die Lebensmittelversorgung aus.
  • Traditionell orientieren sich die indigenen PartnerInnen an den Sternenbildern und Mondphasen. Auch hier stellen sie in den letzten Jahren fest, dass die traditionellen, sonst verlässlichen, Erfahrungen nicht mehr passen. Ein Beispiel: Ein bestimmtes Sternenbild zeigte bisher den Beginn der Regenzeit an. Die steigenden Wasserstände stellten einen guten Zeitpunkt zum Fischen dar. Dies ist in letzter Zeit auf einmal nicht mehr so.
  • Durch hohe Temperaturen war die Arbeit am Feld zwischen 10 und 15 Uhr nicht mehr möglich.
  • Der Schiffsverkehr musste eingestellt werden, da die Flüsse ausgetrocknet waren, was wiederum zu Versorgungsengpässen führte. 
  • In São Gabriel wurden durch Starkregen Häuser überschwemmt.   

FOIRN-Präsident Marivelton Rodrigues Barroso: „Die Klimakrise ist auch bei uns spürbar. Gleichzeitig steigt der wirtschaftliche und politische Druck auf uns indigene Völker und den Regenwald. Die Partnerschaft im Klimabündnis ist heute genauso wichtig wie vor 25 Jahren.“

Veranstaltung in Purkersdorf mit Bgm. Karl Schlögl , UGR Walter Jaksch und GR Steinbichler sowie UGR Bernahrd Haas aus Gablitz; Foto: Klimabündnis NÖ

Marivelton Rodrigues Barroso´s Vision für 2030

...dass Regierungen an der Macht sind, die dafür sorgen, dass die Umwelt erhalten wird, die Hauptverursacher für den Klimawandel für dessen Folgen aufkommen und gerechtere Lebensbedingungen für alle Menschen umgesetzt sind.

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