Idee des Monats

EUROPÄISCHE MOBILITÄTSWOCHE in Bruck an der Leitha

Regional-Wegweiser am Brucker Wochenmarkt
Regional-Wegweiser am Brucker Wochenmarkt Foto: Gemeinde Bruck an der Leitha

Nach einem Finaleinzug bei den EUROPEANMOBILITYWEEK Awards 2020 wollte es Bruck an der Leitha dieses Jahr wirklich wissen. Die Bewohner:innen staunten nicht schlecht, als die niederösterreichische Gemeinde im Rahmen der EUROPÄISCHEN MOBILITÄTSWOCHE vom 16.-22. September mit über einem Dutzend Aktionen auffuhr. Wir sprachen mit Umweltstadtrat Christian Vymetal, dem Initiator des Projekts (Rechts im Bild).

Was wurde in Bruck an der Leitha umgesetzt?

Bei der EUROPÄISCHEN MOBILITÄTSWOCHE, unter dem Motto „Beweg dich und bleib gesund!“, haben wir sehr viel Wert, auf die aktive Mobilität gelegt. Wir haben einen GEHschichtlichen Ortsspatziergang durch die historische Stadt organisiert. Dafür wurde mit dem Kultur- und Museumsverein eine eigene App entwickelt, die durch die geschichtsträchtige Stadt von Bruck führt. Dieses Angebot bleibt auch nach der EUROPÄISCHEN MOBILITÄTSWOCHE erhalten. Obendrein verzichteten der Bürgermeister, Gerhard Weil, und ich im Sinne der nachhaltigen Mobilitätsaktion „Mein Auto hat heute frei“ eine Woche lang auf unsere Autos. Durch unsere ortsbekannten Kennzeichen, die passenden MOBILITÄTSWOCHE-Sonnenblenden und den prominenten Abstellplatz vor dem Radhaus wurde ein großer Teil der Bevölkerung aufmerksam. Damit wollten wir die Bevölkerung dazu bewegen, auch den einen oder anderen Tag auf das Auto zu verzichten.

Bei der Aktion „Nicht weit hergeholt“ am Brucker Wochenmarkt haben wir mit einem selbst gebastelten Wegweiser aufgezeigt, wo unsere lokalen Produkte herkommen und wie nahe der Produktionsstandort der Waren tatsächlich liegt. Die Bevölkerung schätzt, die Lokalität der Produkte und den geringen CO2-Ausstoß, der durch den Transport entsteht. Natürlich durften auch dieses Jahr die „Blühenden Straßen“ nicht fehlen. Kinder aus dem Ort bemalten bereits am ersten Tag der EUROPÄISCHEN MOBILITÄTSWOCHE in Bruck an der Leitha diverse abgesperrte Straßen – die Kunstwerke der Kleinen blieben uns dank des schönen Wetters lange erhalten.

Radsonntag mit der Pfarre
Regional-Wegweiser am Brucker Wochenmarkt Foto: Gemeinde Bruck an der Leitha

Wie haben Sie es geschafft, alle Alters- und Interessengruppen einzubinden?

Die Zusammenarbeit mit Vereinen und lokalen Institutionen hat uns dabei besonders geholfen. Die Turn- und Sportunion organisierte beispielsweise eine Stunde Morgensport – 50 Teilnehmer:innen nahmen das Angebot in Anspruch, welches nun auch in Zukunft erhalten bleibt. Die Tanzschule „isi-dance“ veranstaltete einen Zumba-Kurs für Anfänger:innen. Auch die Pfarre haben wir eingebunden – am Radsonntag strampelten wir zuerst gemeinsam in die Kirche und am Nachmittag konnten Interessierte an einer „Ökumenischen Radtour“ zum Heurigen der Nachbargemeinde teilnehmen. Obendrein boten lokale Gastronomiebetriebe gesunde Menüs – zum Beispiel als „Mobilitätsteller“ – an. Auch der ÖAMTC beteiligte sich, und bot einen E-Bike-Kurs an.

Was war Ihr persönliches Highlight?

In Bruck an der Leitha haben wir ein wunderschönes Schloss, das eigentlich nicht für die Bevölkerung zugänglich ist. Allerdings hat sich der Hausherr im Zuge der MOBILITÄTSWOCHE bereit erklärt, sein Schloss im Rahmen eines GEHschichlichen Rundganges zu öffnen. Er bot einen einzigartigen Spaziergang in und um das Schloss und gewahr der Bevölkerung bisher nie da gewesene Einblicke – das war etwas ganz besonderes.

GEHschichlicher Schloss-Rundgang Foto: Gemeinde Bruck an der Leitha

Wie sind Sie auf diese Ideen gekommen?

Als das Thema der EUROPÄISCHEN MOBILITÄTSWOCHE 2021 klar war, habe ich eine Ausschreibung über die Medien, Facebook und die Gemeindehomepage ausgeschickt. Darin habe ich nach Menschen gesucht, die daran interessiert sind, an der MOBILITÄTSWOCHE teilzunehmen und Ideen haben bzw. etwas umsetzen wollen. Anfang Juli war dann unsere erste Organisationsbesprechung, bei der eine Vielzahl von Vereinen, Institutionen und Privatpersonen teilnahmen, um ihre Ideen einzubringen. Diese wurden dann größtenteils in Eigenregie umgesetzt. Ich bin wirklich stolz darauf, dass wir so viele Menschen für den Klimaschutz ins Boot holen konnten.

War die EUROPÄISCHE MOBILITÄTSWOCHE ein Erfolg?

Für uns war die Woche ein voller Erfolg. Wir waren im Vorjahr in den Top 3 bei den EUROPEANMOBILITYWEEK Awards und haben heuer erst zum zweiten Mal mitgemacht. Das hat uns angespornt – wir wollten dieses Jahr unbedingt noch eines drauflegen. Mit mehr als zwei Aktionen pro Tag ist uns das auf alle Fälle gelungen. Das alles war nur möglich, weil uns lokale Institutionen, Vereine und Privatpersonen so tatkräftig unterstützt haben. Für sie ist die EUROPÄISCHE MOBILITÄTSWOCHE schon jetzt ein fixer Standpunkt im Jahreskalender der Gemeinde Bruck an der Leitha.

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