Idee des Monats

Mehr Mehrweg im ADAMAH BioKistl

ADAMAH BioKistl
Foto: ADAMAH BioHof

Vier Generationen, eine Leidenschaft: Der ADAMAH Biohof im östlichen Niederösterreich ist Produzent und Direktvermarkter von qualitativ hochwertigen, regionalen Bio-Produkten. Am 17. November 2000 lieferte der Familienbetrieb das allererste „BioKistl“ aus. Heute, über 20 Jahre später, kann man von einer echten Erfolgsgeschichte sprechen. Im Interview verrät uns Elisabeth Zoubek, was sich durch das Mehrweg-Projekt verändert hat und welche Herausforderungen der Klimabündnis-Betrieb überwinden konnte.

Doch zuerst: Was ist das ADAMAH BioKistl?

Zu Beginn war das BioKistl unser Ansatz zur Direktvermarktung. Wir wollten unsere Lebensmittel ohne große Zwischenhändler direkt an unsere KundInnen bringen. Über die Jahre haben wir das Angebot stark ausgebaut. Während wir in der Vergangenheit nur Lebensmittel angeboten haben, die wir auf unseren fast 200 Fußballfelder großen Landwirtschaftlichen Flächen selbst angebaut haben, wird KundInnen mittlerweile ein Vollsortiment geboten. Alles, was Sie zum Leben brauchen, finden Sie im ADAMAH BioKistl – per Zustellung CO2-neutral und regional direkt vor Ihre Haustür. Sogar Waschmittel haben wir im Sortiment. Das beste: Unsere BioKistl sind 100 % Bio, regional und ganz individuell, ohne Abo in verschiedenen Größen bestellbar.

Wie macht sich die Mehrwegoffensive im ADAMAH BioKistl bemerkbar?

Wir liefern bereits viele Produkte ohne Verpackung. Da das nicht überall geht, haben wir ein Mehrwegsystem entwickelt. Durch den Einsatz von wiederbefüllbaren Glasflaschen sparen wir Kunststoffverpackungen bei Artikeln, die wir nicht unverpackt liefern können. Inzwischen gibt es unsere eigenen Säfte, Milchprodukte und vieles mehr in Pfandflaschen. Auch mein Lieblingsprodukt, das hauseigene Kräutersalz, gibt es bereits im praktischen Mehrwegglas. Die meisten unserer KundInnen bestellen einmal pro Woche. Dann nehmen unsere LieferantInnen die leeren Mehrweggläser wieder mit. Wird kein BioKistl mehr bestellt, holen wir das Leergut ebenfalls ab – unsere KundInnen freut das. Wir achten darauf, die Routen unserer Fahrzeuge effizient zu gestalten. Daher haben wir unser Liefergebiet in Zonen geteilt, die wir jeweils 1x pro Woche anfahren, das spart Weg, Zeit und CO2.

Elisabeth Zoubek im ADAMAH BioLaden
Elisabeth Zoubek im ADAMAH BioLaden Foto: Sandra Tauscher

War das Mehrweg-Projekt ein Erfolg?

Für uns war das Projekt ein voller Erfolg! Alleine die Umstellung unserer eigenen Säfte auf 0,75 l Mehrwegflaschen hat letztes Jahr 12 Tonnen Altglas bzw. 20.000 Glasflaschen gespart. Zusätzlich wäscht unsere Waschanlage ökologisch schonend. Und pro Mehrweg-Durchlauf wird nur mehr 2,5 Prozent neues Material hinzugefügt – das sind vor allem Schraubverschlüsse.

Auf welche Herausforderungen seid ihr gestoßen?

Für uns ist es ein großer Mehraufwand, das haben wir zu Beginn unterschätzt. Es braucht gute Organisation, um ein Mehrwegsystem aufzubauen und zu betreiben. Zugleich verschlingt es unheimlich viel Platz. Wir benötigen eine große Halle für die Lagerung unserer Mehrwegflaschen. Unsere FahrerInnen müssen außerdem viel schleppen, die KundenInnen schätzen das besonders, weil unsere Fahrer die schweren Falschen bis vor Ihre Haustüre bringen. Zu guter Letzt sind wir auf unsere KundInnen angewiesen, dass sie uns das Leergut wieder zurückgeben und der Kreislauf erhalten bleibt.

Für die Vorteile des Mehrwegsystems nehmen wir die Hürden gerne in Kauf und werden das System weiter ausbauen. In Zukunft wollen wir unsere Logistik noch effizienter gestalten und noch mehr Produkte ins Mehrwegsystem einbinden.

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