Klimafitter Wald im Waldviertler Kernland

Um Herausforderungen und Chancen der Waldbewirtschaftung drehte sich alles am 16. September in der Klimabündnis-Gemeinde Martinsberg.

v.l.: Regionsobmann Christian Seper, Doris Maurer, BGM Friedrich Fürst, Emil Honeder, Christina Mayrhofer (Klimabündnis) Herbert Grulich, Manfred Jäger, Andreas Sandler, Werner Ruhm, Silvio Schüler, Dietmar Hipp, Irene Gianordoli

Versuchsfläche und Lehrpfad eröffnet

Gastgeber BGM Friedrich Fürst (Marktgemeinde Martinsberg) freute sich bei der Eröffnung sehr über die vielen Besucher:innen Foto: Klimabündnis NÖ

Wie der Wald der Zukunft aussehen kann, zeigt ein Feldversuch der Marktgemeinde Martinsberg und des Bundesforschungszentrums für Wald (BFW) auf einer so genannten NETGEN*-Versuchsfläche. Gemeinsam mit der Mittelschule wurden auf einem halben Hektar zerstörter Waldfläche ca. 2.000 neue Bäume in Mischkultur gepflanzt. Auch auf ökologische Waldrandgestaltung wurde in Kooperation mit der Jägerschaft geachtet. Neben forstwirtschaftlich Interessierten fanden sich auch Jäger und Lehrpersonal der Mittelschule Martinsberg zur gemeinsamen Begehung der Fläche ein. Über 40 Personen konnten sich so von der erfolgreichen Umsetzung des zukunftsfähigen Mischwaldes inklusive Lehrpfad überzeugen. Wie wichtig ein gesunder Wald für uns alle ist, wurde von allen Seiten betont. „Denn der Wald ist nicht nur Leidtragender des Klimawandels, er ist auch die Lösung“, so Irene Gianordoli, Projektleitung NETGEN (BFW).

Naturverjüngung und exotische Baumarten als Fluch oder Segen?

Dass sich zukünftig auch Chancen für die lokale Forstwirtschaft ergeben, zeigten die Vorträge von Dr. Silvio Schüler und DI Werner Ruhm (BFW). Dabei wurde nicht nur auf die geeignete Baumartenwahl und den Einsatz von nicht-heimischen Bäumen eingegangen, wir erfuhren außerdem, wie man auch mit Laubholz in Zukunft gewinnorientiert wirtschaften kann. 80 Personen folgten dem Programm unter Einhaltung der 3-G-Regel vor Ort. Weitere 50 nahmen via Livestream teil. 

Durch’s Reden kommen die Leut zam!

v.l.: Emil Honeder, Herbert Grulich, Manfred Jäger, Andreas Sandler, Silvio Schüler, Dietmar Hipp, Werner Ruhm, Foto: Irene Gianordoli, BFW

Bei der anschließenden Diskussionsrunde bekamen dann alle die Möglichkeit, ihre Fragen via SMS zu stellen. DI Emil Honeder gab diese an die forstwirtschaftlichen Experten weiter. Neben Ing. Herbert Grulich (Verein zur Förderung des Waldes), Andreas Sandler (Obmann WWG Ottenschlag) Dietmar Hipp (Obmann LK Zwettl) gesellte sich auch Bezirksjägermeister Manfred Jäger zu den Spezialisten des BFW auf’s Podium. Wie wichtig dieser breite offene Austausch ist, wurde immer wieder von allen Seiten betont. „Denn durch’s Reden kommen die Leut zam!“, so die Antwort von Ing. Grulich auf die Frage, wie man den Dialog von Jagd-, Land- und Forstwirtschaft verbessern kann. Doch nicht nur diese drei Gruppen sind gefordert. Denn den Herausforderungen des Klimawandels sind wir nur gewachsen, wenn wir alle an einem Strang ziehen - da sind sich alle Expertinnen und Experten einig. Dass dieser Dialog gelingen kann, zeigt unter anderem die frisch eröffnete NETGEN-Versuchsfläche, bei der auch Ing. Grulich maßgeblich beteiligt war, vor. 

Vortrag verpasst? Hier geht's zur Nachschau!

Weitere Informationen

*NETGEN (Netzwerk Genetik Wald) - was ist das? 

Kurzfilm "Ein Klimafitter Wald für Martinsberg"

Lehrpfad und Versuchsfläche Martinsberg

www.klimafitterwald.at 

www.waldundholz.at 

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