Manuela Zebenholzer: Frauenpower im Mostviertel

Interview mit Manuela Zebenholzer, Bgmin in Hollenstein a.d. Ybbs

Foto: Alexander Braun

Die Klimakrise drängt, der Druck steigt – Kraft tanken ist umso wichtiger. Wo können Sie am besten klimafreundlich entspannen?

Manuela Zebenholzer: Bei einem Österreichurlaub mit der Familie. Im besten Fall in den heimischen Bergen beim Wandern und mit dem Rad. Und natürlich zu Hause in den eigenen 4 Wänden und beim Genießen unserer Natur im Naturpark NÖ Eisenwurzen inmitten der wunderbaren Ybbstaler Alpen. 

Ihre Gemeinde ist seit dem Jahr 2019 Klimabündnis-Gemeinde. Was sind ihre Lieblingsprojekte?

Zebenholzer: Es gibt bei uns viele positive und gute Projekte, die wir zum Klimaschutz und zur Wahrung unserer Naturschätze leisten. Derzeit ist mein Lieblingsprojekt die Generalsanierung unseres Rathauses. Dabei wurde das aus dem Jahr 1646 bestehende Gebäude mit Hilfe einer Mustersanierung - unterstützt vom Klima- und Energiefonds - als thermisch-energetische Komplettsanierung umgesetzt. Wir konnten mit 2 Wärmepumpen und 9 Tiefenbohrungen unseren Heizenergiebedarf auf 50% reduzieren.  Besonders freut es mich, dass wir von Global 2000 als Vorzeigeprojekt für öffentliche Gebäude ausgewählt wurden.  

Ein zweites sehr wichtiges und wertvolles Projekt ist in Kooperation mit der Volkshilfe unser Reparatur-Café. Ein Klimabündnis-Workshop war der Geburtshelfer dieser Aktion, die nun jeden 1. Dienstag im Monat stattfindet. Eine Klasse der Mittelschule hat mit viel Kreativität bei der Erstellung des Logos unterstützt. Denn auch generationenübergreifende Aktionen sind in Hollenstein besonders wichtig. 

Was hat Sie motiviert, sich als Vorstand im Klimabündnis NÖ zu engagieren?

Zebenholzer: Meine „grüne“ Einstellung zum Umwelt- und Naturschutz und die Möglichkeit das Klimabündnis noch besser in die Gemeinde zu tragen.  

Das Herzstück des Klimabündnis ist die Partnerschaft mit der FOIRN. Welches Bild haben Sie im Kopf, wenn Sie an den Rio Negro denken? 

Zebenholer: Es ist definitiv eine große Herausforderung und ich sehe das große Potential der Naturvölker. Vor allem, um sie in ihrem Lebensraum zu schützen, um von ihnen zu lernen und mit der Hoffnung diese Kulturen auf Dauer zu erhalten.  

Foto: Alexander Braun

Bis 2040 soll Österreich klimaneutral werden. Was hat sich bis dahin in ihrer Gemeinde positiv verändert? 

Zebenholzer: Wir haben bis 2040 alle gemeindeeigenen Gebäude auf klimafreundliche Heizungen umgestellt und vor allem im Energiesektor die Wasserkraft forciert. Mit zwei zusätzlichen Wasserkraftwerken können wir mit heimischer Wasserkraft und unseren Photovoltaikanlagen einen großen Teil unseres Stromes selbst produzieren und im eigenen Niederspannungsnetz verteilen. Bei der Potentialerhebung und Konzeptionierung der Anlagen unterstützte die Klima- und Energie-Modellregion Amstetten Süd, bei der Manuela Zebenholzer auch Obfrau-Stellvertreterin ist.  Der Naturschutz hat seinen besonderen Stellenwert noch erhöht, die Biodiversität wurde erhalten und unsere Land- und Forstwirte profitieren vom Schutz und der Pflege unserer Landschaft. Mit all diesen Themen werden wir erfolgreich als e5-Gemeinde zertifiziert.

Foto: Alexander Braun

Factbox

  • Klimabündnis-Gemeinde: Hollenstein an der Ybbs im Bezirk Amstetten
  • Bürgermeisterin seit 2016
  • Vorständin des Klimabündnis NÖ seit 2021
  • Familie: verheiratet, 3 Kinder
  • Lebenmotto: Am Ende wird alles gut. Wenn es noch nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende.
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