Rainer Handlfinger: Mein Herzensprojekt ist unser neuer Hauptplatz!

Interview mit unserem Vorstand Rainer Handlfinger, Bürgermeister in Ober-Grafendorf.

Ober-Grafendorfs Bürgermeister Rainer Handlfinger (l.) mit unserer Geschäftsführerin Petra Schön am neugestalteten Hauptplatz. Foto: Klimabündnis NÖ

Die Klimakrise drängt, der Druck steigt – Kraft tanken ist umso wichtiger. Wo können Sie am besten klimafreundlich entspannen?

Rainer Handlfinger: Am Ebersdorfer See kann ich einfach meine Seele baumeln lassen. Unser Naherholungsgebiet liegt direkt am Pielachtal-Radweg. Am besten ist es im Sommer. Vor der Arbeit setz mich aufs Rad, fahr hinaus, spring ins Wasser und schwimm eine kleine Runde. 

Ihre Gemeinde ist seit 1997 Klimabündnis-Gemeinde. Was ist Ihr Lieblingsprojekt?

Handlfinger: Das ist ein ganz aktuelles, frisches Projekt - unser nachhaltig gestalteter Hauptplatz. So ein Treffpunkt für alle, von jung bis alt, hat uns bisher gefehlt. Innerhalb von nur vier Jahren ist uns hier ein Meilenstein in der Ortsgestaltung gelungen, ein echtes Schmuckstück. Durch die Umlegung einer Straße haben wir einen Ort mit hoher Aufenthaltsqualität neu hinzubekommen. Mitten im Zentrum haben wir jetzt ein Ärztezentrum, sechs Geschäfte, 30 Wohneinheiten und einen belebten Platz mit Schanigarten und Eisgeschäft. Klimawandelanpassung spielte dabei eine große Rolle. Sickerflächen, Grüninseln und sorgfältig ausgewählte Bäume sorgen gemeinsam mit einem speziellen Pflaster dafür, dass die Temperaturen auch im Hochsommer erträglich bleiben und man sich dort gerne aufhält. 

Was hat Sie motiviert, sich als Vorstand im Klimabündnis NÖ zu engagieren?

Handlfinger: Als kleine Gemeinde haben wir keine eigene Abteilung, die sich um Umwelt- und Klimathemen kümmern kann. Das heißt wir brauchen kompetente Partner, die uns an der Hand nehmen, uns beraten und begleiten. Genau das ist das Klimabündnis für mich und uns. Wenn ich als Bürgemeister in dieser Funktion als Vorstand dabei unterstützen kann, dass auch andere Gemeinden den Fokus Richtung Nachhaltigkeit legen, dann mache ich das gerne.

Foto: Klimabündnis NÖ

Das Herzstück des Klimabündnis ist die Partnerschaft mit der FOIRN. Welches Bild haben Sie im Kopf, wenn Sie an den Rio Negro denken?

Handlfinger: Ich hatte die Ehre, dieses wunderschöne Gebiet im Rahmen einer Delegationsreise zu besuchen und unsere Partner:innen am Rio Negro kennenzulernen. Die Dimensionen sind einfach unvorstellbar - bestes Beispiel ist der Rio Negro. Im Gegensatz dazu ist die Donau ein kleines Gewässer. Das Bild, das sich bei mir eingeprägt hat und das auch am besten den gemeinsamen Erfolg unserer Partnerschaft widerspiegelt, ist das Schild mit der Aufschrift "geschütztes Gebiet". Wenn man weiß, wie enorm der wirtschaftliche Druck auf dieses Gebiet mit den vielen wertvollen Rohstoffen unter der Erde ist, wird noch einmal klarer, wie wichtig es ist, dass es unter Schutz steht. Dass das auch so bleibt, dafür müssen wir uns weiter einsetzen. 

Bis 2040 soll Österreich klimaneutral werden. Was hat sich bis dahin positiv in Ihrer Gemeinde verändert?

Handlfinger: 2040 ist es gelungen, dass wir als Gemeinde keine fossilen Rohstoffe mehr brauchen. Wir sind jetzt schon auf einem guten Weg und haben 80 % der Gemeindegebäude auf erneuerbare Energien umgestellt. Auch bei der Mobilität rüsten wir um auf E-Mobilität. Drei E-Autos haben wir bereits in Betrieb. Auch E-Kastenwägen werden bereits leistbar, bei Traktoren wird es bis 2040 auch Lösungen geben. Und wenn wir aus dem Jahr 2040 zurückblicken, dann werden wir sagen: Es war eine sehr gute Entscheidung, dass wir 2022 erstmals begonnen haben, uns mit der Gemeinwohlbilanz auseinanderzusetzen - heute ist das Standard.

Foto: Klimabündnis NÖ

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