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Was haben Gemeinden, Bildungseinrichtungen und Betriebe aus der Corona-Krise gelernt?

Von politischer Seite werden die Corona-Beschränkungen vorsichtig heruntergefahren. Das Ziel: Alles soll wieder so werden wie vor der Krise, zurück zu unserem gewohnten Leben. Aber war vor der Krise tatsächlich alles besser? Und welche Hebel können wir jetzt in Bewegung setzen, um einer noch größeren Krise entgegenzusteuern – der Klimakrise? Das Klimabündnis-Netzwerk sieht jetzt die Chance für einen politischen und gesellschaftlichen Wandel, denn unsere Mitglieder zählen zu wichtigen Partnern in den regionalen Wirtschaftskreisläufen.

Wir haben bei unseren Ansprechpersonen nachgefragt, welche Ideen und Konzepte sie aus der Krise mitnehmen. 

„Durch die Corona-Krise ist es zu einem Umdenken gekommen – es wird über soziale Gerechtigkeit, Verteilung von Unternehmensgewinnen oder das Grundeinkommen diskutiert. Entschleunigung, bessere Luft und weniger Lärm taten uns gut - viele konnten sich erstmals in Ruhe fragen: "Was ist mir wirklich wichtig? Wie will ich in Zukunft leben?" Es lag eine Sehnsucht nach Schönheit, intakter Natur und gelingenden Beziehungen in der Luft. Fördergelder sollten nun in zukunftsfähige, gemeinwohlorientiert und ökologisch nachhaltig wirtschaftende  Unternehmen fließen. In Gemeinden wird es notwendig sein, Räume für Vernetzung zu schaffen, um einen aktiven Austausch über diese Fragen  (auch online) zu ermöglichen.“ Renate Hagmann, Klimabündnis-Arbeitskreisleiterin Obritzberg-Rust

Unser Tipp: Gründen Sie einen Klimabündnis Arbeitskreis. Wir unterstützten Sie mit einem kostenlosen Kick-Off Workshop.

„Während der Corona-Krise habe ich viele lokale und regionale Unternehmen kennengelernt, die ich auch nach der Krise bevorzugen werde. Denn wer die lokale Wirtschaft stärkt, trägt auch zum Klimaschutz bei. Hier können wir als Gemeinden einen relevanten Beitrag leisten, indem wir in der kommunalen Beschaffung nicht das billigste, sondern das nachhaltigste Produkt beziehen. Ich wünsche mir, dass bei zukünftigen Entscheidungen und Projekten Klimaschutz ein Thema ist. Genau wie jetzt die Gesundheit der Menschen ein Thema ist.“ Karl Wagner, Umweltgemeinderat Marktgemeinde Biedermannsdorf

Unser Tipp: Informieren Sie sich beim nachhaltigen Beschaffungsservice des Land NÖ. 

„Aus der Corona-Krise haben wir gelernt, wie wichtig regionale Kreisläufe und ein gewisser Grad an Autarkie im Bereich Lebensmittel- und Energieversorgung sind. Diese Aspekte sollten wir zukünftig auch bei jedem Projekt und bei jeder Investition mitdenken, um die Wertschöpfungskette (Produktion, Transportwege etc.) nicht wieder komplett aus den Augen zu verlieren.“ Christian Braun, Klima- und Energiemodellregionsmanager Stadtgemeinde Krems 

Unser Tipp: Organisieren Sie eine Aktion in der Europäischen Mobilitätswoche

„Die Corona-Krise hat gezeigt wie verwundbar wir sind.  Daher muss der Aspekt der  Nachhaltigkeit in unserem Wirtschafts-, Lebens- und Konsumstil eine ganz hohe Priorität haben. Menschen sind jetzt offen für nachhaltige Veränderungen, deshalb ist die Bewusstseinsbildung enorm wichtig. Wir können alternative Mobilitätsformen in der Gemeinde aufzeigen, den Wert von Naturflächen  - als Freizeit- und Erholungsraum – wieder in den Fokus zu rücken und die regionale Wirtschaft stärken.“ Maggie Dorn Hayden, Umweltgemeinderat Marktgemeinde Böheimkirchen

Unser Tipp: Werfen Sie einen Blick auf die Website 17undwir.at. Es erwarten sie viele Informationen zum Thema Bodenschutz und SDGs. 

Mit rasanter Geschwindigkeit – und diesmal OHNE CO2 Ausstoß - umspannt CORONA unsere Erde. Die Welt hält den Atem an. Menschen sterben an Lungenversagen, zugleich atmet die Natur auf. Mit der Umwelt im Einklang zu leben bedeutet, klimafreundlich und umweltbewusst im eigenen Garten Salate und heimische Kräuter zu pflanzen und selbst frisch geschlüpfte glückliche Hühnerküken zu bestaunen. Heimischer Spargel, Erdäpfel aus dem Weinviertel. Regionaler Anbau, lokale Produkte. Alles ist allein an Gottes Segen gelegen. Unserem Pfarrmoderator Lawrence, gelang es, die Ministranten so sehr zu begeistern, dass sie über alle Quarantäne-Beschränkungen hinweg im Gebet  miteinander verbunden blieben. Lawrence Ogunbanwo und Romana Tschiedel, Klimabündnis-Pfarre Großebersdorf

Unser Tipp: Werden Sie Klimabündis-Pfarre und zeigen Sie wie Schöpfungsverantwortung lokal umgesetzt wird. 

Krisen kommen nicht alleine und isoliert. Genauso wenig können sie alleine und isoliert bewältigt werden. Sich mit anderen Menschen zu vernetzen, auszutauschen, und sich weiterhin vom großartigen Aktivismus junger Menschen inspirieren zu lassen, selbst und gemeinschaftlich zur Bekämpfung der Klimakrise aktiv zu werden, ist mir ein wichtiges Anliegen. Eva Schaumberger, Lehrerin und Puppenspielerin beim Klimabündnis NÖ

Für uns war in den Wochen der Quarantäne der Zusammenhalt besonders stark spürbar, das Gefühl, es gemeinsam zu schaffen. Es tut gut, es mit Ruhe anzugehen, sich zu konzentrieren, selbst wahrzunehmen. Stress ist kein hilfreicher Faktor bei der Bewältigung von Krisen. Die Bedeutung des Klimaschutzes ist in den Vordergrund getreten. Populismus ist obsolet. Hannah, 18 Jahre, Maturantin und Engagierte im Klimaschutzbereich

Die Corona Krise hat mir gezeigt, dass wir bei Bedarf schnell und effizient auf Probleme und Notfallsituationen regieren können und damit unnötiges Leiden verhindern. Das würde ich mir für die Notfallsituationen Klimawandel auch wünschen. Ingrid Leidenfrost, Lehrerin und Mobilitätsberaterin beim Klimabündnis NÖ

Fotorechte v.l. privat, Karl Wagner, Hans Ringhofer, Daniel Auer, KBNÖ, privat, privat
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