Tullnerfeld: E-Busse sollen Autos ablösen

Teil 1 der Serie "ULTIMOB - Mobilität der Zukunft" führt ins Tullnerfeld.
 

Bahnhof Tullnerfeld | © Klimabündnis Österreich

Steigender Verkehr, Zersiedelung oder konsumorientierte Lebensstile verursachen immer mehr Emissionen. Im Tullnerfeld wird im Rahmen von ULTIMOB eine Mobilitätslösung für die „Letzte Meile“ entwickelt. Für PendlerInnen sollen dafür automatisierte Busse und andere innovative Mobilitätsformen als Mikro-ÖV Dienste getestet und umgesetzt werden.
 

Die Gemeinden Judenau-Baumgarten, Königstetten, Tulbing und Tulln loten bei diesem Projekt Konzepte aus, die bestehende Verkehrsprobleme lösen können. Der erhöhte Individualverkehr zum Bahnhof Tullnerfeld führt zu vielfältigen Problemen, unter anderem zu Parkplatzmangel und vermehrter Bodenversiegelung. Der neue Bahnhof Tullnerfeld ist mit ein Grund, warum die Region stark an EinwohnerInnen wächst und damit zunehmend mit PendlerInnen-Problemen konfrontiert ist.

„Mobilität neu denken ist ein Gebot der Stunde, ansonsten müssen wir noch drei weitere Parkhäuser beim Bahnhof Tullnerfeld errichten. Wir brauchen bedarfsorientierte Lösungen und keine starren Fahrpläne für unsere Pendlerinnen und Pendler“, erläutert Georg Hagl (ÖVP), Bürgermeister der Gemeinde Judenau.


Ziel sind klimaschonende Mobilitätslösungen

Für Peter Eisenschenk (ÖVP), Bürgermeister von Tulln, ist das Projekt wichtig, weil es „hinsichtlich des Zieles der CO2-Neutralität der Stadtgemeinde von großer Bedeutung ist."

„Unser Ziel ist es, keine theoretischen Optionen auszuarbeiten, sondern praxistaugliche Lösungen für das ländliche Österreich zu entwickeln. Das Tullnerfeld bietet dafür eine perfekte Umgebung“, betont Alexander Schuster, Gründer von SmartDigital. Erklärte Projektziele sind, Erkenntnisse über die Akzeptanz und Wirtschaftlichkeit dieser Mobilitätslösungen zu erlangen. SmartDigital entwickelt mit den Gemeinden dazu Konzepte, die auch von der Bevölkerung akzeptiert werden. „Gerade für die ältere Generation schafft neue Mobilität die Möglichkeit, in der Gesellschaft weiter aktiv zu sein und auf andere Personen weniger angewiesen zu sein“, sagt Thomas Buder (ÖVP), Ortschef der Gemeinde Tulbing. „Gerade in unserer dicht besiedelten, wachsenden Region ist Mobilität ein wichtiges Thema“, ergänzt Robert Nagl (ÖVP), Bürgermeister von Königstetten.

T. Buder (BGM Tulbing), P. Eisenschenk (BGM Tulln), G. Hagl (BGM Judenau-Baumgarten), R. Nagl (BGM Königstetten), SmartDigital, ULTIMOB
v.l.n.r. T. Buder (BGM Tulbing), P. Eisenschenk (BGM Tulln), G. Hagl (BGM Judenau-Baumgarten), R. Nagl (BGM Königstetten) | © SmartDigital

Die neu entwickelte Lösung soll in punkto Kosten, Komfort und Fahrzeiten dem privaten Pkw zumindest ebenbürtig sein. Der Wirtschaftlichkeit wird dabei ein hoher Stellenwert beigemessen. Dies betrifft vorrangig die autonom fahrenden Shuttles, alle elektrisch angetriebenen Fahrzeuge und den vollautomatisierten Verwaltungsprozess im Hintergrund (Order-to-Cash). Nach erfolgreicher Einführung im Rahmen von ULTIMOB in den nächsten Jahren ist eine Multiplikation des Projekts in andere Regionen möglich.

Mikro-ÖV-Zubringerrouten um und in Tulln bzw. zum Bahnhof Tullnerfeld (@SmartDigital)


Zusammenarbeit von Unternehmen und Unis

Das Verkehrsministerium unterstützt das Projekt ULTIMOB, in dem Forschungsunternehmen, Verkehrsunternehmen, NGOs, Universitäten und Fachhochschulen aus ganz Österreich zusammenarbeiten. Innerhalb der Projektlaufzeit von vier Jahren werden neue Mobilitätslösungen entwickelt, umgesetzt, ihre Wirkung gemessen und evaluiert. Damit will man noch während der Projektlaufzeit zeigen, dass die Angebote praxistauglich und im Sinne der Mobilitätswende wirksam sind.


Interesse am Projekt oder Rückfragen?

Wenn Sie Interesse am Projekt haben und ähnliche Probleme in Ihrer Region oder Gemeinde lösen wollen, dann kontaktieren Sie uns bitte: DI Irene Schrenk, irene.schrenk@klimabuendnis.at

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