Hüter:innen des Rio Atrato

Dem Erdbeben standhalten und gleichzeitig den Fluss schützen.
Wie der Wiederaufbau inmitten der Notlage fortgesetzt werden kann
Interethnischen Netzwerk der jungen Hüter:innen des Rio Atrato
Interethnischen Netzwerk der jungen Hüter:innen des Rio Atrato
Usy Caizamo mit den Jugendlichen ihrer Emberá-Gemeinde
Usy Caizamo mit den Jugendlichen ihrer Emberá-Gemeinde

Inmitten all der Ereignisse nach dem Erdbeben vom 10. August in Chocó setzen wir vom Interethnischen Netzwerk der jungen Hüter:innen des Rio Atrato weiterhin auf die Stärkung der jugendlichen Führungskräfte in den Gemeinden des Atrato-Flussgebiets.

Diese Strategie, die vom Interethnischen Forum „Solidaridad Chocó“ (FISCH), dem Sozio-juristischen Zentrum für territoriale Verteidigung (SIEMBRA) und dem Kollegialgremium der Wächter:innen des Atrato vorangetrieben wird, bringt mehr als 47 junge Menschen aus verschiedenen ethnischen Gemeinschaften des gesamten Atrato-Einzugsgebiets zusammen, um sich für gemeinschaftliche Umweltpolitik und die Verteidigung ethnisch-territorialer Rechte einzusetzen.

Junge Hüter:innen des Rio Atrato

Das Erdbeben der Stärke 7,4 mit Epizentrum in San José del Palmar hat unser Leben erheblich beeinträchtigt. Es löste eine beispiellose Notlage aus, und viele von uns mussten mit ansehen, wie ihre Häuser Risse bekamen oder gar einstürzten. Doch die Auswirkungen gingen noch weiter: Auch unser Schul- und Studienbetrieb ist unterbrochen, was die Schwierigkeiten beim Zugang zu Bildung, mit denen mehrere unserer Gebiete bereits zuvor zu kämpfen hatten, noch verschärft. Darüber hinaus sind wir heute inmitten dieser Notlage mit einer instabilen Anbindung an Telekommunikationsdienste konfrontiert. In der gesamten Region waren wir drei bis vier Tage lang ohne Internet.

Hinzu kommt, dass die Gemeinschaftsinitiativen, die wir als junge Menschen in unseren Gebieten vorangetrieben haben, ebenfalls unterbrochen wurden, da die Bewältigung der Notlage zur unmittelbaren Priorität wurde.

Veranstaltungen wie das Atrato Fest [ein für uns zutiefst symbolträchtiges Ereignis, da wir den Schutz des Flusses fördern und den Kämpfen, die wir als Gemeinschaften zum Schutz unserer Gebiete geführt haben, neue Bedeutung verleihen] wurden abgesagt. Auch die Präsenztreffen, die es uns ermöglichen, als Netzwerk enger zusammenzuwachsen und die territoriale Realität der verschiedenen Gemeinschaften kennenzulernen, wurden beeinträchtigt. Doch trotz all dieser Ereignisse stellen wir uns weiterhin der Notlage und organisieren uns, um die von uns geförderten Prozesse der jugendlichen Umweltpolitik aufrechtzuerhalten.

Das Erdbeben hat nicht zerstört, was wir als interethnisches Jugendnetzwerk in diesen fast fünf Jahren aufgebaut haben. Wir sind die jungen Menschen, die derzeit die verschiedenen Organisationen im Einzugsgebiet des Flusses Atrato vertreten und miteinander verbinden. Wir sind es, die inmitten der Notlage die Kontinuität des Prozesses aufrechterhalten. Dies ist unser Engagement gegenüber den mehr als 850 Jugendlichen aus indigenen Völker, afrokolumbianischen Gemeinschaften und bäuerlichen Bevölkerungsgruppen, die sich für die Verteidigung und den Schutz der Rechte des Flusses engagieren.

Artikel geschrieben von Jhon Stiwar Córdoba Gómez

Jugendförderer des interethnischen Jugendnetzwerks „Hüter:innen des Rio Atrato“

Den Wiederaufbau des Chocó zu bewältigen bedeutet nicht nur, das Zerstörte wieder aufzurichten, sondern auch diejenigen zu begleiten, die inmitten der Notlage die Hoffnung bewahren, das Gebiet weiter zu verändern.

GLOBAL DENKEN – LOKAL HANDELN!
Lokale Antworten auf die Globale Klimakrise

Dank Ihrer Unterstützung fördert das Klimabündnis Vorarlberg seit 2016 die Wächter:innen des Flusses Atrato und seit dessen Gründung im Jahr 2022 den Prozess des interethnischen Netzwerks junger Hüter:innen des Flusses Atrato.

Unsere Projektkoordinatorin steht für Ihre Fragen zur Verfügung:

Carolina Osorio Rogelis
+ 43 (0) 650-234 41 17