Wie ist der Boden, auf dem du gehst?

Eine Frage an junge Menschen aus drei Kontinenten.



„Das ganze Leben hängt vom Boden ab“ – Vandana Shiva

Letztes Jahr haben wir gemeinsam mit Südwind junge Menschen aus drei verschiedenen Regionen der Welt gefragt: Wie ist der Boden, auf dem du gehst?

Wir haben sie eingeladen, Fotos von ihrem jeweiligen Boden zu schicken – von dem, was ihnen daran auffällt, was ihre Aufmerksamkeit erregt oder was sie bewegt. So erhielten wir aus Vorarlberg, Ghana und Chocó in Kolumbien viele verschiedene Perspektiven auf den Boden, den die Jugendlichen betreten, sehen und erleben.

Die Antwort? Unglaublich!

Bodenständiger Herzensmensch. Sabrina Berner. Foto aus St. Johann im Pongau
Bodenständiger Herzensmensch. Sabrina Berner. Foto aus St. Johann im Pongau
Exploring new places. Racheal Opoku Asiamah. von Kumasi Ghana
Exploring new places. Racheal Opoku Asiamah. von Kumasi Ghana

Auf diesen Aufruf hin haben sich junge Männer und Frauen gemeldet und uns gezeigt, was sie sehen. Von den kleinsten bis zu den größten Details. Wir haben Städte, Felder und Wälder in drei Regionen auf drei verschiedenen Kontinenten bereist … eine Fülle an Perspektiven, die aus der Sicht der Jugendlichen besonders auffällig sind und für deren Teilen wir ihnen danken.

Mit all diesem Material haben wir eine Ausstellung im Wisswack im Haus am Katzenturm in Feldkirch gestaltet. Dort stimmten die Besucher*innen für die Fotos ab, die ihnen aus den einzelnen Regionen am besten gefielen. So wurden fünf Fotos aus Chocó, fünf aus Vorarlberg und weitere aus Ghana ausgewählt.

Jeder Fotograf und jede Fotografin erhielt eine kleine Belohnung für ihre Teilnahme, ihren Einsatz und ihre Sichtweise.

Preisverleihung an Miguel Angel Restrepo Restrepo in Carmen de Atrato – Chocó
Preisverleihung an Miguel Angel Restrepo Restrepo in Carmen de Atrato – Chocó

Inspirierte junge Leute aus Chocó

Bei dem Besuch der Koordinatorin im vergangenen Oktober im Chocó in Kolumbien wurden die fünf Preise überreicht. Eine Spende von Georg Künz, bestehend aus einer Solarlampe mit Ladegerät für Handy und Laptop für jeden ausgewählten Teilnehmer:innen. Sehr nützlich für den Regenwald, wo die Gemeinden keine konstante Stromversorgung haben.

Vor ihren Mitstreitern brachte jeder Teilnehmer:innen seine Freude darüber zum Ausdruck, ausgewählt worden zu sein, zu wissen, dass seine Fotos ausgestellt werden und dass seine Heimat an anderen Orten der Welt gesehen wurde.

Stimmen einiger Teilnehmer:innen aus Chocó

Foto: Fuente de vida-Quelle des Lebens. Dahiana Blandón Ospina. El Cairo. 2025

Foto: Fuente de vida-Quelle des Lebens.

„Das Mandala symbolisiert all die Energien, die uns mit Mutter Natur verbinden. Die Farben und Pflanzen stehen für Vielfalt und unterschiedliche Lebensformen, während die Maissamen für Ernährungssouveränität und die Identität der verschiedenen ethnischen Gemeinschaften Kolumbiens stehen. 💚
Vielfalt, Reichtum und Leben.“
Dahiana Blandón Ospina. El Cairo. 2025
Saberes ancestrales y agricultura-Altes Wissen und Landwirtschaft.

Foto: Saberes ancestrales y agricultura-Altes Wissen und Landwirtschaft.

„Traditionelle Praktiken sind Teil unseres angestammten Erbes, mit denen wir uns in unseren Gebieten behauptet haben.
Auf dem Bild ist eine Frau zu sehen, die ihren Gemüsegarten oder ihre Dachterrasse pflegt. Dabei handelt es sich um traditionelle landwirtschaftliche Praktiken, mit denen Heilpflanzen, Kräuter und Küchenkräuter angebaut werden. Diese agroökologischen Praktiken tragen dazu bei, die Umwelt zu schützen.“
Siri Córdoba. Puné- Chocó. 2025
Terruño ancestral-uralte Heimat

Foto: Terruño ancestral-uralte Heimat

„Für mich bedeutet das, dass das Territorium für die Menschheit sehr wichtig ist, denn durch es überleben wir. Das Territorium steht für Kultur, Herkunft, Identität und Zugehörigkeit der Gemeinschaft. Es ist der Lebensraum und das Ökosystem, das das Leben der Menschen erhält.“
Jhon Wilder Chaito. 2025

Der Fotowettbewerb „Rural Voices 2030“ (Ländliche Stimmen 2023) wurde von Südwind und seiner Regionalstelle in Salzburg, dem Klimabündnis Vorarlberg und dem Strategic Youth Network for Development SYND organisiert.

Diese kleine Übung lehrt uns viel darüber, wie wichtig es ist, nachzufragen und die Perspektive anderer Generationen auf unsere Umgebung kennenzulernen. Wie sie aus den verschiedenen Kulturen, Realitäten und Kontexten wahrgenommen werden. Wie die Gebiete bewohnt werden und wie uns das hilft, unseren Blick auf diesen kleinen Planeten zu erweitern, auf dem wir alle mit unseren unterschiedlichen Weltanschauungen leben.